Impulsvortrag
„Immovielien – zivilgesellschaftliche Antwort auf aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung“ im Rahmen der wissenschaftlichen Konferenz "Lokale und regionale Ökonomie & Commoning. Bestandsaufnahmen und Perspektiven lokaler und gemeinschaftlicher Entwicklung seitens der Wissenschaft"
Immovielien – Korrektiv zur profitorientierten Immobilienentwicklung
Die gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, besonders die nicht-kommerzielle Immobilienentwicklung innerhalb eines ansonsten spekulativen Marktes, steht vor großen Herausforderungen. Denn gleich mehrere Aspekte wirken ihr entgegen: die Gewinnmaximierung im Immobiliensektor v.a. seit der Finanzkrise, die damit verbundenen Kapitalmarkteinflüsse auf das kommunale Handeln ab den 1990er Jahren, die Privatisierung öffentlicher Liegenschaften oder der Mangel an verfügbaren bezahlbaren Flächen. Dazu kommt ein erschwerter Zugang zu Flächen durch das Planungsrecht, zudem fehlen passende Finanzierungen und Förderinstrumente. Die schwierige Zusammenarbeit mit Kommunen, bürokratische Strukturen, die fehlende Anerkennung für Stadtmacher*innen kommen erschwerend hinzu.
Immovielien: Immobilien von Vielen für Viele
Dem gewinnorientierten Immobiliensektor etwas entgegenzusetzen ist das Ziel des gemeinnützigen Netzwerks Immovielien e.V.. Das Netzwerk ist eine breite Allianz aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft mit aktuell über 280 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum. Durch politische Forderungen und kooperative Prozesse wollen sie die Immobilien- und Quartiersentwicklung stärker am Gemeinwohl orientieren. Ihr Ziel ist es, bessere Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte und nachhaltige Immobilien- und Stadtentwicklung zu schaffen.
Immovielien, die von Vielen für Viele bedürfnisorientiert, selbstorganisiert, inklusiv, gemeinwohlorientiert entwickelt werden, sind eine zivilgesellschaftliche Antwort auf die Herausforderungen einer marktorientierten Stadtentwicklung. Im besten Fall können Immovielien den Boden, auf dem sie stehen oder den sie nutzen, dauerhaft der Spekulation entziehen, z.B. durch Erbbaurecht. Sie werden von gemeinwohlorientierten Akteur*innen und Institutionen gemeinschaftlich entwickelt, genutzt oder betrieben und durch koproduktive Planungsprozesse, gemeinschaftliche Rechtsformen und oft solidarische Finanzierungsstrukturen ermöglicht. Statt Gewinnmaximierung geht es um den Nutz- und Gebrauchswert – das Gemeinwohl im Quartier ist die Rendite. Immovielien stellen damit ein Korrektiv zur marktorientierten Stadtentwicklung dar.
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