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Zunehmender Leerstand,

drohende Abrisse: 



Zwischen 30 und 50 Prozent der Kirchengebäude in Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten leer stehen (Baukultur NRW e.V.).


Ein Abriss dieser wertvollen Bauten ist nicht nur aus ökologischen Gründen auszuschließen. 




Foto: Salon Populaire

 

ABRISS IST KEINE OPTION.
Umgewandelte Kirchen als neue Orte der Gemeinschaft.


Sakralbauten sind historisches baukulturelles Erbe. Oft gehören sie zu den ältesten Kulturgütern vor Ort, die als Denkmäler an städtebaulich markanten Positionen ortsbildprägend wirken. Meist sorgt der Denkmalschutz dafür, dass Kirchen nicht verändert werden dürfen und sie als stadträumliche und symbolische Identifikationsorte erhalten bleiben. Auch wenn die religiöse Nutzung obsolet geworden ist, werden entwidmete evangelische bzw. profanierte katholische Kirchen als Orte der Gemeinschaft stärker denn je gebraucht. Denn es herrscht ein Mangel an Orten für nicht kommerzielles soziales Miteinander, und bürgerschaftliches Engagement – in vielen Ortszentren stehen keine kostenfreien Räume als soziale Treffpunkte zur Verfügung. Aus der religiösen Nutzung gefallene Kirchen können hier Abhilfe schaffen. Allein durch ihre räumlichen Dimensionen und ihren Raumcharakter bergen Kirchenräume außerordentliche Potentiale für vielfältige gesellschaftliche Nutzungsformate.


 „Wir haben eine Kirche. Sie haben eine Idee?“
St. Maria als … macht eine katholische Kirche von 1879 zum Ort für Kooperation, Begegnung und gemeinsame Aktivität.


Als Gemeingüter sind Kirchen prädestinierte Möglichkeitsräume für gesellschaftliche Aneignung und könnten dadurch ihre gemeinschaftsstärkende Funktion neu beleben. Wie die gesellschaftliche Aneignung einer Kirche aussehen kann, macht  die katholische Kirche St. Maria in der Stuttgarter Innenstadt vor. Und das sogar, obwohl die Kirche noch gar nicht profaniert ist. In einem von großen sozialen Spannungen geprägten Umfeld in der Stuttgarter Innenstadt wechseln sich dort liturgische und profane Aktivitäten ab. Immer noch werden drei Gottesdienste unterschiedlicher Glaubens-gemeinschaften pro Woche gefeiert.

Bereits 2017 begann ein Kirchenentwicklungsprozess der besonderen Art. Vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen und Steuereinnahmen sowie anstehender Investitionen stellte sich die Kirche den Fragen nach den zukünftigen Aufgaben des Kirchenraums jenseits seiner religiösen Funktion und der Finanzierung anderer Nutzungen. Durch die Zusammenarbeit des Stuttgarter Vereins „Stadtlücken e.V.“ und die wissenschaftliche Begleitung katholischer Theologin*innen der Universität Tübingen wurde die Kirche für die Stadtgesellschaft geöffnet.
Die drei Punkte in „St. Maria als …“ stehen für die vielfältigen Möglichkeiten, Kirche anders zu denken und den Kirchenraum als Allmende zu verstehen, als nicht-kommerziellen Raum, in dem Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, Herkunft, Altersgruppen und sozialer Schichten Gemeinschaft erleben und Verantwortung übernehmen können. (Quelle: Salon Populaire)


Unter dem Motto „Wir haben eine Kirche. Sie haben eine Idee?“ entwickeln Ania Corcilius und Romy Range, die beiden Kuratorinnen des Büros Salon Populaire, seit August 2023 die Kooperation mit Menschen und Institutionen der unmittelbaren Umgebung und rufen dazu, auf „St. Maria als …“ mitzugestalten.


Das Spektrum der Wünsche und Umsetzung ist vielfältig (mehr Bilder: https://www.stmariaals.de/)

St. Maria als … Rescue Dinner (Foto © Bürgerstiftung Stuttgart/ Jan Potente, 2024)

St. Maria als … Fotosommer_Stuttgart_Vernissage_Freelens (Foto © Nico Kurth)

St. Maria als … Turnverein (Foto © Stadtlücken e.V., 2017)

St. Maria als … ZOON (Foto © Oliver Götting)

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