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2024 war ein inhaltlich inspirierendes und ereignisreiches Jahr. Auch in diesem Jahr war es mir ein Anliegen, auf Fachveranstaltungen präsent zu sein und den gesellschaftlichen Diskurs zu befördern .

Grafik: Antje Bruno

RÜCKBLICK 2024

In meinen verschiedenen Funktionen als freie Stadtforscherin und in meinen Ehrenämtern bin ich vielfältig unterwegs gewesen. Genau 32 x durfte ich an Dialog- und Gesprächsformaten, Konferenzen oder Workshops teilnehmen oder selbst Impulse, Beiträge und Austauschformate anbieten.

Als Urbanistin schaue ich aus einer Metaperspektive auf das Phänomen Stadt. Mein Interesse gilt dabei der Schnittstelle zwischen gebauter Stadt und gesellschaftlicher Sphäre – mit Fokus auf die zukunftsfähige, gemeinwohlorientierte Transformation gebauter Räume und die lebenswerte Stadt . Wesentlich für den urbanen Wandel und die Klimaanpassung ist neben der Mobilitätswende auch das zirkuläre Bauen, die (Um)Baukultur und die Wohnwende. Zielgruppenorientiert und mit unterschiedlicher Nuancierung und finden diese Themen Niederschlag in meiner Arbeit als Autorin, Speakerin, Moderatorin und urbane Praktikerin.


Gemeinwohl im Fokus.

Unser Wirkungsfeld im Netzwerk Immovielien ist die gemeinwohlorientierte Immobilien- und Quartiersentwicklung mit Koproduktion als Public-Civic-Partnership. Immovielien sind Immobilien, die von Vielen für Viele bedarfsorientiert, gemeinwohlorientiert und gemeinschaftlich entwickelt und betrieben werden. Als Alternative zur kommerziellen Stadtproduktion fokussieren Immovielien auf das im Quartier erarbeitete Gemeinwohl als Rendite. Als ehrenamtliche Vorständin   durfte ich das Netzwerk auf fünf externen Veranstaltungen vertreten und über den gesellschaftlichen Mehrwert von Immovielien sprechen und Vernetzungsaufgaben wahrnehmen, um die Rahmenbedingungen für gemeinwohlorientierte Immobilien- und Quartiersentwicklung zu verbessern. Mehrere digitale Vernetzungs-Veranstaltungen und Immovielien-Austauschformate und ein großartiges Netzwerktreffen am 12. und 13. April in der Kunst-Klinik Hamburg mit vielen Mitgliedern, spannenden Workshops und Impulsen durfte ich mitgestalten. Auf dem Konvent der Baukultur der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam waren wir am 10. Juni auf den Marktplatz der Initiativen eingeladen und durften Immovielien (auch als Teil von Baukultur) vorstellen.


Förderung des lokalen Wandels im Quartier.

Wir von  Futur:ista kümmern uns als urbane Praktikerinnen gemeinsam mit den Menschen vor Ort um den lokalen Wandel und positive Zukunftsgestaltung im Norden von Tempelhof.  

Ohne Gesellschaft wird der transformative Wandel nicht gelingen. Futur:ista aktiviert und macht Menschen zu Zukunftsgestalter:innen. Mein Part dabei ist, Themen der Transformation auf der Ebene der Städte in die Öffentlichkeit zu tragen, zu vermitteln und das gesellschaftliche Gespräch zu fördern .  Denn obwohl die bauliche Umwelt das Leben der Menschen maßgeblich prägt, bleibt der öffentliche Diskurs über die zukunftsfähige Gestaltung menschlicher Lebensräume in Stadt und Land weitgehend aus. Die diskursive Kluft zwischen Fachwelt und allgemeiner Öffentlichkeit und der Mangel an Vorstellungen im Hinblick auf die Zukunft können als Ursache dafür angesehen werden. Neue Narrative, die den Weg in eine positive Zukunft beschreiben – andere Zukunftserzählungen und Bilder, die Lust auf Zukunft machen, werden dringend gebraucht. Auch der von mir verfasste Futur:ista Blog WANDELGESCHICHTENbefasste sich 2024 mit Narrativen des Wandels und allgemeinverständlicher Vermittlung von Themen, die meist nicht aus der Fachwelt herauskommen, aber für das Gelingen der Transformation und die Akzeptanz der Maßnahmen in der Stadtentwicklung von Bedeutung sind.   Der thematische Bogen reichte von Fragen der Transformation in der Stadtentwicklung – Was ist eigentlich eine Schwammstadt? Was hat biologische Vielfalt mit Stadtentwicklung zu tun? Die Zirkuläre Stadt – von Zero Waste zu Zirkulärem Bauen –  bis zum positiven Handabdruck und gemeinwohlorientierten Initiativen und zivilgesellschaftliche Pionieren, die visionär und mutig gemeinsam Zukunft gestalten.


Saisonaler Kiezladen im Eiscafe Fräulein Frost, Zukunftsdialoge, Kiezfest mit Ausstellung.

Neben der Begleitung verschiedener Gruppen und der erneuten saisonalen Zwischennutzung des Eiscafés Fräulein Frost als „Kiezladen Miteinander“ durch das Kiezladenteam konnten wir als  Futur:ista 2024 im Norden von Berlin-Tempelhof vieles realisieren:
Beim Zukunftsdialog „Die Bäume und wir“ am 18. April hat uns Saskia Ellenbeck, Bezirksstadträtin von Tempelhof Schöneberg, als Gast über die Situation der Bäume im Kiez und die Maßnahmen ihrer Bezirksverwaltung zu deren Versorgung berichtet. Ein von mir geleiteter Workshop behandelte das Tempelhofer Feld und dessen ökologische und gesellschaftliche Bedeutung für die Stadt.
 Am 20. Mai haben wir mit der interessierten Öffentlichkeit im Nachgang einen kleinen Zukunftsdialog zur Zukunft des Tempelhofer Feldes im Westfeld-Garten auf dem Tempelhofer Feld veranstaltet.
 Am 13. Juli fand in Kooperation mit anderen lokalen Akteuren das große Kiezfest „Miteinander zwischen gestern und morgen“ statt: ein vielfältiges, partizipatives Programm mit gemeinsamen Essen, Musik, Spiel und 2 Zukunftsrädern der Stiftung Berlin 2037, auf denen mittels VR-Brille durch grüne Berliner Stadträume der Zukunft geradelt werden konnte. Ebenfalls zum Thema Stadtraum-Wandel durfte ich mit den Gästen den 1.Teil der von mir konzipierten Ausstellung „Lebenswerte menschenzentrierte Stadt“ die Themen Klimaanpassung​ und Verkehrswende diskutieren.
Unser Zukunftsdialog am 11. Oktober beschäftigte sich mit dem Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“. Im Fokus standen die verschiedenen lokalen Aktivitäten im Kiez - vom sozialen Miteinander über Regenwassernutzung, Lebensmittelrettung, Reuse-Aktionen, bis zu Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Die Ausstellung „Lebenswerte menschenzentrierte Stadt“ und ihre Fortsetzung mit dem Schwerpunkt Natur, Grün und Gesundheit in der Stadt konnte vor Ort angeschaut und diskutiert werden.


Perspektiven für den urbanen Wandel.

Ein weiterer Höhepunkt meines Jahres war die Einladung zur IHK Konferenz „Weltmetropole Berlin. Leben und gestalten“  am 10. Juni, auf der ich in der Session Car(e)free City: Eine realistische Vision? einen Impuls über „Das transformative Potenzial der Verkehrswende“ halten und anschließend auf dem Podium mit Andreas Knie (Mobilitätsforscher, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung), Eberhard Brodhage (Landesvorsitzender ADFC Berlin e.V.) und Gerd Brettschneider (Geschäftsführer Fuhrgewerbe-Innung) im von Thomas Meißner moderierten Gespräch über die Verkehrs- und Mobilitätswende sprechen durfte.


Auf dem
Fachtag der Stadtteilzentren Berlins durfte ich am 18. November einen Impuls halten über die Kraft von positiven Visionen und Zukunftsbildern für eine demokratiestärkende Stadt- und Gesellschaftsentwicklung, mutmachende Pionierprojekte und neurowissenschaftliche Strategien, um Hoffnung zu schöpfen und neuen Ideen Raum zu geben. Mit anschließendem Workshop und Gespräch dazu.

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